Meine Gebrauchsanweisung für Spanien

Veröffentlicht auf von Jessica Haß

Buchtipp:

Ingendaay, Paul: Gebrauchsanweisung für Spanien, Piper Verlag, München 2007 (7. Auflage)

Auf 188 Seiten gibt Paul Ingendaay einen knappen, aber unterhaltsamen Einblick in die spanische Kultur. Das Buch erhebt weder Anspruch auf Wissenschaftlichkeit noch auf Vollständigkeit. In 20 Kapiteln erzählt der Autor seine eigenen kleinen Anekdoten, welche die Spanier und Spanien zwar nicht zu erklären vermögen, uns aber doch einen amüsanten Einblick in ihr Denken und Handeln geben. Der Autor schreibt über Redseligkeit und Hilfsbereitschaft der Spanier, über ihre Eleganz und ihren Stolz. Wer in Spanien lebt, muss oft schmunzeln, weil er seine eigenen Erlebnisse wiedeerkennt. Besonders lustig: Das Kapitel über den Straßenverkehr und das unverkrampfte Verhältnis der Spanier zu ihren Autos:

"Das Unrechtbewusstsein bei Lackschäden ist gedämpft. Autos altern wie Menschen, mit Schrammen, Pocken, Knubbeln und Narben. [...] Weil die Zahl der Autos in Madrid drastisch steigt, hat das Parken in zweiter Reihe auch ehemals ruhige Stadtviertel ereilt und die Lebensqualität drastisch gesenkt. [...] In Valencia haben sie das Problem auf humane Weise gelöst. Dort herrscht der Brauch, beim Parken keinen Gang einzulegen und nicht die Handbremse anzuziehen, damit störende Autos im Bedarfsfall fortgerollt werden können. Jeder deutsche Autofahrer sollte an dieser Stelle kurz innehalten und sich vorstellen, wie sein geliebtes Fahrzeug nach wenigen Wochen aussähe."

(Seite 100 ff.)

Paul Ingendaay wurde 1961 in Köln geboren. 1997 erhielt er den Alfred-Kerr-Preis für Literatur.
Seit 1998 lebt Paul Ingendaay als Kulturkorrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in Madrid. Das Buch "Gebrauchsanweisung für Spanien" wurde mir übrigens von der spanischen Botschaft in Berlin empfohlen.
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