Mein Barcelona

Veröffentlicht auf von Jessica Haß

Nachdem wir vorletztes Wochenende in Salamanca gewesen waren, verschlug es uns letztes Wochenende für knapp drei Tage nach Barcelona (siehe auch das Fotoalbum). Auf diese Kurzreise hatten wir uns bereits wochenlang gefreut und unsere Erwartungen wurden nicht enttäuscht.
Zwei Ergebnisse des Tripps kann ich vorab schon einmal festhalten: 1.: Ich habe einen neuen Lieblingsarchitekten (nicht, dass ich vorher einen gehabt hätte... ;-)) und 2.: Ich setze kein Vertrauen mehr in den Flughafen von Burgos.
Wir hatten die Wahl, über Nacht mit dem Bus zu fahren (ca. 9 Stunden) oder von Burgos direkt nach Barcelona zu fliegen. Burgos hat nämlich seit kurzem einen eigenen Flughafen. Der Flug war insgesamt etwa 25 Euro pro Person teurer als die Busfahrt, aber dafür sollten wir innerhalb nur einer Stunde in Barcelona sein.
Von der Plaza Espana fuhr uns der Bus direkt zum Flughafen, der so klein war, dass wir ihn fast übersehen hätten. Man beachte die Übersicht auf dem Foto. Der ganze Flughafen bestand aus einem einzigen Raum. Wir begaben uns direkt zum einzigen Check-In-Schalter, um unser Gepäck aufzugeben. Der Drucker war gerade ausgefallen, also schrieb die Dame unsere Namen per Hand auf die Bordkarte. Sie vergaß auch nicht, darauf hinzuweisen, dass wir vom Gate Nummer 1 ("da, wo Barcelona dransteht...") abfliegen würden. Überflüssig, das zu erwähnen, es gab nur eines. Nach kurzer Wartezeit erblickten wir hinter unserem Flug (dem einzigen) auf der Anzeige das Wörtchen "cancelado" und uns schwante schon Furchtbares. Kurz darauf die lange Ansage: "Sehr geehrte Passagiere des Fluges Nr. 4325 mit Ziel Barcelona" (meine Güte, es flog nur ein einziges Flugzeug ab), "Ihr Flug wurde gecancelt, bitte warten Sie weitere Ansagen ab." Na toll. Kurz darauf durften wir unser Gepäck wieder abholen und uns wurde mitgeteilt, dass wir im Reisebus nach Vittoria (etwa 1 Stunde entfernt) gefahren würden, um von dort zu fliegen. Nach einer langen Zeit des Wartens im Bus wurde das Ziel dann allerdings noch auf Madrid geändert. Nachdem uns der nette Herr von Iberia eröffnet hatte, dass er nicht wisse, wie es dann in Madrid weitergehe, fuhren wir zweieinhalb Stunden über die Lande. Zum Glück bekamen wir dann in Madrid gleich einen Flieger und kamen nur mit ca. fünf Stunden Verspätung endlich in Barcelona an. Zu allem Überfluss sollte sich dann am Sonntag beim Check-In für den Rückflug auch noch herausstellen, dass das kompetente Personal am burgalesischen Flughafen zwei von uns (und noch einen weiteren Passagier) statt für den Hinflug für den Rückflug gecancelt hatte und wir neue Karten kaufen mussten (die selbstverständlich Iberia bezahlte). Ich hatte beim ersten Anblick des Flughafens in Burgos bereits kichernd bemerkt, dass man vielleicht die inkompetenten Angestellten aus Madrid oder Barcelona hierher strafversetzt hätte...
Kaum völlig erschöpft in Barcelona angekommen, machten wir uns auf den Weg zu unserem Apartamiento. Wir hatten diesmal eine Wohnung für 7 Leute gemietet, ganz in der Nähe der Placa Catalunya und der berühmten Einkaufsstraße Ramblas gelegen. Da es nun schon reichlich spät war, hatten wir gerade noch genug Zeit für einen kleinen Bummel die Ramblas hinunter zum Hafen. Dort steht das bekannte Denkmal von Kolumbus, dessen Arm in Richtung des offenen Meeres weist.
Am Samstag zogen wir alle zusammen los und streiften durchs gotische Viertel, die eigentliche Altstadt von Barcelona. Die kleinen Gässchen und vor allem die Kirche Santa María del Mar (auf den Barcelona-Seiten im Netz übrigens als Top-Tipp ausgeschrieben): Wunderbar! Die Kirche zeichnet sich durch die vielen vielen bunten Glasfenster und das entsprechend ganz besondere Licht im Innern aus. Vor allem ist sie nicht so dermaßen mit Ornamentik überladen wie viele spanische Kathedralen. Übrigens gibt es in Barcelona auch eine deutsche Gemeinde, wie wir erstaunt feststellten. In Barcelona fühlten wir uns mal wieder so richtig wie Touristen, da wir die Sprache der Einheimischen nicht verstanden. Katalanisch ähnelt dem Spanischen zwar, aber gerade so sehr, wie auch Französisch oder Italienisch dem Spanischen ähnelt. Immerhin hörte man hier und da auch Menschen castellano sprechen. Auf dem Markt Mercat de la Boquería war nur ein einziges Stimmengewusel aus allen möglichen Sprachen zu vernehmen. Der Markt ist sehr beeindruckend, ziemlich groß und vor allem die vielen bunten Stände eine Augenweide. Gleiches lässt sich über den Parc Guell sagen, den wir am selben Tag noch besichtigten. Meine erste richtige Berührung mit Antoni Gaudí. Am Sonntag zogen Martin und ich allein los, um uns noch mehr von Gaudí anzusehen. Die Casa Mila und Casa Battló haben wir leider nur von außen besichtigen können. Vor allem Casa Battló soll auch innen sehr schön sein (übrigens soll das Haus ein Ungeheuer darstellen, den Drachenrücken kann man aber auch nur richtig gut erkennen, wenn man auf dem Dach steht), aber 16 Euro (bzw. 13,50 Euro) Eintritt für das kleine Haus waren wir nicht bereit zu zahlen. Regelrecht verliebt haben Martin und ich uns in Gaudís Lebenswerk und Wahrzeichen Barcelonas: die Kathedrale Sagrada Familia. Die Kirche befindet sich noch im Bau und wir voraussichtlich 2026 fertiggestellt. Es gibt aber auch jetzt schon Einiges zu sehen. Begibt man sich ins Innere der Kathedrale, findet man sich unter einem dichten Blätterdach wieder. Die zahlreichen Säulen sind Bäume, deren Kronen oben zusammenwachsen. An der Außenfassade blickten uns Schlangen, Eidechsen, Vögel und andere Tiere entgegen. "The great book, always open and which we must take efforts to read, is the book of Nature; the other books are based on it and have the mistakes and interpretations of mankind" (A.Gaudí). Bereits fertiggestellt sind die Fassade der Geburt und die Passionsfassade. Im Zentrum der Fassade der Geburt stehen Maria, Josef und das Jesuskind, umgeben von den Tieren aus dem Stall, in dem Jesus geboren wird. Daneben die Hirten, die Könige und die Kinder, Engel und wer eben noch so alles dazu gehört. Die Figuren an der Passionsfassade sind wesentlich modernistischer gestaltet. Durch diese Abstrahierung werden die Geschichte und der Schmerz Christi Passion ganz anders transportiert als an den üblichen über und über geschmückten und vergoldeten Fassaden. Sehr beeindruckend. Rund um die Sagrada Familia haben wir auch unseren allerersten Weihnachtsmarkt in Spanien gefunden - endlich!
Unser absoluter Höhepunkt des Wochenendes war aber der Besuch der Font Magica, des "magischen Brunnens", der uns mit seiner Licht- und Musikshow ganz in seinen Bann zog.
Barcelona ist in jedem Fall eine Traumstadt und wir kommen sicher wieder.
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Veröffentlicht in Spanische Städte

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L
<br /> Spannender Reisebericht! das ist meine Lieblingsstadt und ich freue mich immer wieder wenn ich über sie lese. danke für die tolle Bilder! Grüße!<br /> <br /> <br />
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S
<br /> Barcelona ist echt der Hammer. Ich war schon viermal da und die Stadt hat mich immer noch nicht losgelassen. Ist nur eine Frage der Zeit, wann ich wieder hinfliege. Das internationale Flair, die<br /> Architektur, die Sonne, die Kreativität und die Sprache sind für mich das, was diese Stadt einzigartig macht.<br /> <br /> <br />
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M
<br /> http://www.barcelonacheckin.com/de/t/barcelona_stadtereisen.php<br /> <br /> <br />
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M
<br /> Toller Blog! Wer nicht gleich für ein ganzes Jahr nach Barcelona will, kann mit einer Kurzreise anfangen. Hier gibt es die besten Angebote für Barcelona Kurzreisen.<br /> <br /> <br />
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F
<br /> hey klasse artikel.. gut formuliert... :)<br /> <br /> mfg alex<br /> <br /> <br />
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