Mein Santander

Veröffentlicht auf von Jessica Haß

An diesem Wochenende waren wir zu fünft in Santander. Der beliebte Badeort ist an der Nordküste Spaniens in der autonomen Region Kantabrien gelegen. Schon die gut dreistündige Hinfahrt mit dem Bus war ein Highlight. Es ging quer über die Berge, mit Aussicht auf atemberaubende Landschaften. Unter uns erstreckten sich weite Täler mit idyllischen spanischen Dörfern und herbstbunten Wäldern. Leider konnten wir die Fahrt nicht alle genießen. Julia und Sarah hatten ihre Schwierigkeiten mit der kurvigen Strecke. Dafür wird in den Überland-Bussen aber auch meist ein Film gezeigt, auf den man sich stattdessen konzentrieren kann...

Santander war im Mittelalter und im beginnenden Handel mit der Neuen Welt eine wichtige Hafenstadt für Kastilien. Die Strände sind weitläufig, äußerst sauber und wunderschön, einige mit freiem Blick auf den Atlantik, einige in einer riesigen Bucht gelegen. Vom Hafen aus gesehen erstrecken sich an der gegenüberliegenden Küste eine felsige Gebirgslandschaft. Die Stadt selbst ist ebenfalls auf einer Anhöhe gelegen, die zur Küste hin abfällt. Man muss also ziemlich viel bergauf laufen, wenn man die Stadt besichtigt. In Santander gibt es ziemlich viele Villen und feine Wohngegenden, insgesamt ist die historische Altstadt aber nicht besonders erwähnenswert. Wahrscheinlich, weil hier ein großer Brand im Jahr 1941 große Teile zerstört hat. Auch die Kathedrale von Santander, zur Abwechslung mal nicht gotisch, sondern romanisch, hat uns architektonisch nicht überzeugt. Umso schöner waren jedoch die langen Spaziergänge an den Stränden entlang. Wir hatten wahnsinniges Glück mit dem Wetter. Sogar braun sind wir geworden, denn wir hatten Samstag und Sonntag um die 26° und konnten uns wohlig die Sonne ins Gesicht scheinen lassen. Am Samstag Vormittag haben wir, besonders zu Sarahs und meiner großen Begeisterung, eine kleine Bootstour unternommen, die uns zur gegenüberliegenden Insel Somo gebracht hat. Faszinierend zu beobachten, dass die Strände am Samstag trotz des guten Wetters überhaupt nicht voll waren. Das Leben tobte eher auf dem Wasser. Aufgrund der tollen Wellen gab es viele Surfer und der Anblick der Segelboote auf dem Meer ließ uns das Herz höher schlagen. Auf Somo konnte man barfuß durch den Matsch waten und Muscheln sammeln. Nachdem uns das Boot zurückgebracht hatte, wanderten wir zur Halbinsel Isla de la Magdalena. Hier befindet sich ein kleines Schloss (siehe Foto), 1912 für König Alfons XIII als Sommersitz erbaut. Heute ist das Schloss Sommersitz der internationalen Studierendenschaft, da die internationale Sommeruniversität Menéndez Pelayo darin untergebracht ist. Ein sehr schöner Park ist auf der Isla de Magdalena untergebracht, den man zu Fuß oder mit der Bimmelbahn besichtigen kann. Am Eingang befindet sich ein Mini-Zoo mit Pinguinen und einigen Seelöwen, die die ganze Zeit sehr aktiv waren und lautstark nach ihrem Futter brüllten.

Apropos Tiere: Die Bewohner von Santander haben anscheinend eine Vorliebe für Schafe: Jeder zweite Hund sah aus wie ein Riesenpudel mit weißen Löckchen. Wir haben sogar einen gesehen, der geschoren aussah.
Eine weitere erwähnenswerte Besonderheit ist die Tatsache, dass es in Santander gar nicht die bekannte Tortilla de Patatas gab. Zwar konnte man überall Tortilla bestellen, aber nur ohne Kartoffeln.

Am Sonntag habe ich in Santander die erste spanische Demo erlebt: Zahlreiche Teilnehmer blockierten den Straßenverkehr, was die Autofahrer natürlich mit begeistertem Dauerhupen quittierten. Aufgrund der aktuellen Wirtschaftslage hatten sich die Menschen zu einem Solidaritätsmarsch gegen die Armut zusammengefunden.

Alles in allem kann ich Santander als Ausflugsziel sehr empfehlen, vor allem, wenn man das Meer liebt. Guckt Euch auch gern mal mein neues Fotoalbum zu Santander an, da gibt es noch mehr Fotos zu sehen.
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Veröffentlicht in Spanische Städte

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