Mein Burgos Winter Wonderland

Veröffentlicht auf von Jessica Haß

Heute gibt es mal wieder ein paar neue Fotos. Bei uns hat es nämlich wieder geschneit und diesmal richtig! Wenigstens ist es den ganzen Tag liegengeblieben. Als vorhin die Sonne rauskam, ist er dann doch noch weggeschmolzen, aber morgen soll es noch kälter werden als heute, also mal sehen. Wenn mir jetzt noch EINMAL jemand in einer Mail kommt mit "Bei Dir in Spanien ist es ja sicher warm und sonnig" fang ich an zu spinnen. Das haben mir jetzt wirklich schon so viele Leute geschrieben. Ein für allemal, meine Lieben: NEIN. Ich bin in Burgos. Es ist kalt. Vergleichbar mit Berlin, im Winter sogar oft noch kälter. Wir hatten nun schon das zweite Mal Schnee. Wir laufen in Mantel, mit Handschuhen, Mütze und langen Unterhosen durch die Gegend. Auf den Fotos seht Ihr den Blick aus unserem Fenster auf die verschneite Straße sowie unseren Wald mit schneebedeckten Bäumen. Um die Stadt herum ist es nämlich ziemlich bergig. Und das Castillo, die Burg, ehemaliger Stadtkern, ist auf einem waldigen Berg gelegen. Wenn man von unserem Haus ein Stück zur Straße vorläuft, kann man ein bisschen davon sehen. Außerdem hab ich bei Martin ein Beweisfoto in Auftrag gegeben, auf dem Ihr seht, dass wir heute nur 1° C hatten. Daneben - sehr illustrativ - ich mit Wintermantel und Mütze. :-) Die Attribute "Sommer, Sonne, Strand" gehören zu den gängisten Stereotypen für das Land Spanien. Das kann man sich denken, steht aber auch tatsächlich in jedem einschlägigen Buch zu dem Thema. Im Namen der differenzierten Betrachtung, Offenheit füreinander und tatsächliches gegenseitiges Interesse: Schert Spanien nicht über einen Kamm. Das Land ist sehr groß, vereint kulturelle und sprachliche ebenso wie geographische Gegensätze. Es würde einem so schönen und kulturell vielfältigen Land nicht gerecht, es auf Touristen und Strandparties zu reduzieren. Ich weiß natürlich, dass das keineswegs alle so sehen, aber leider steht diese Denkweise eben doch oft hinter "Sommer, Sonne, Strand". Darum mein kleines Plädoyer.

Martin und ich haben unsere Wohnung auch schon für Weihnachten flott gemacht, zumindest das Wohnzimmer, wie Ihr seht. Die anderen Zimmer sind am Wochenende dran. Am Sonntag ist schließlich schon der 1. Advent. Wie die Zeit wieder vergeht! Den Adventskranz haben wir selbst gemacht. In Real sieht er natürlich noch schöner aus. Wir mussten uns ein bisschen Nadelholz aus dem Wald klauen gehen. Die Spanier kennen nämlich keinen Advent (jedenfalls nicht in der Form, wie wir ihn begehen). Entsprechend kriegt man nicht so leicht irgendwo Tanne o.ä. zu kaufen. Höchstens blinkende kleine Kunstweihnachtsbäume, aber darauf verzichten wir lieber...

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